Persönlichkeit und Orientierung
Mit dem Unfassbaren zurechtkommen (online)
Online-Reihe "Kraftquellen. Ermutigungen in der Trauer nach Suizid"
Do 20.04.2023, 19.30 Uhr
Individueller Onlinezugang

Konrad Michel hat hunderte von Interviews mit Menschen geführt, die einen Suizidversuch hinter sich hatten. Er hat aber auch immer wieder Angehörige darin unterstützt, den Suizid eines nahestehenden Menschen soweit als möglich einzuordnen und mit der Trauer umzugehen. Die Erklärung von Suizid als Folge einer psychischen Erkrankung greift für Konrad Michel zu kurz. Er
argumentiert, dass psychische Erkrankungen Risikofaktoren sind, aber nicht die Ursache für einen Suizid. Er plädiert dafür, Suizid als Handlung zu verstehen, die eine Vorgeschichte hat und zielgerichtet ist. Vor allem betont er immer wieder, dass Suizidhandlungen in einem psychischen und neurobiologischen Ausnahmezustand geschehen, in dem wir nicht mehr überlegt handeln können. Man spricht vom «suizidalen Modus», in dem Menschen berichten, dass sie wie mit einem Auto-Pilot gesteuert waren, mit dem Ziel, einen unerträglichen Zustand zu beenden. In der Suizidliteratur wirddieser Aspekt meist vernachlässigt. Konrad Michel hat die Erfahrung gemacht, dass dieser wesentliche Aspekt den Hinterbliebenen helfen kann, das Unfassbare wenigstens zu einem Teil begreiflich zu machen.
Referent | Prof. em. Konrad Michel, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie |
Kosten | Die Teilnahme ist kostenfrei, Spenden sind willkommen |
Anmeldung | Es ist keine Anmeldung erforderlich. Die Zugangsdaten finden sich jeweils zwei Tage vorher auf der Startseite der AGUS-Homepage: www.agus-selbsthilfe.de |
Mitveranstalter | Angehörige um Suizid (AGUS) e.V. |
Hinweis | Diese Veranstaltungsreihe wird im Rahmen der Selbsthilfeförderung der KKH-Kaufmännische Krankenkasse finanziert. |
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