Lebendige Erinnerungskultur

Karl Kleins ‚Fröschweiler Chronik‘

Ein Pastor berichtet vom Schrecken des Krieges 1870/71

Do 21.10.2021, 19.30 Uhr
Seminarraum im Hof, Richard-Wagner-Str. 24, 95444 Bayreuth

Karl Klein, evangelischer Pastor der elsässischen Gemeinde Fröschweiler, die am 6. August 1870 im Zentrum der Schlacht bei Wörth stand, hat eines der wirkmächtigsten Kriegsbücher des Kaiserreichs verfasst. In drastischen Worten beschreibt der Pastor, wie die Schlacht das Dorf zerstört, aber auch wie die Tage nach den Kämpfen zur Prüfung für die Einwohner werden. In mühevoller Arbeit müssen sie die Toten vom Schlachtfeld einsammeln und beerdigen.
Anders als die zahllosen Jubelbücher, die „Krieg und Sieg“ sowie die Reichseinigung feierten, legt Klein, obgleich durchaus deutschgesinnt, seinen Fokus auf die Schrecken des Krieges für die Zivilbevölkerung. Seine ‚Fröschweiler Chronik‘ bot ein Gegennarrativ zu den allzu affirmativen Büchern seiner Zeitgenossen und war wohl gerade deshalb so erfolgreich. Für den jungen C.H. Beck-Verlag war Kleins Buch Grundlage für das spätere Wachstum. Bis 1931 erschien die Chronik in über 30 Auflagen, bis sie zuletzt weitgehend vergessen wurde.

Gemeinsam mit seinem Kollegen Jun.-Prof. Dr. Christian Bunnenberg (Ruhr-Universität Bochum) hat Prof. Dr. Tobias Arand (PH Ludwigsburg) die Chronik Kleins in einer ersten kommentierten Ausgabe im Osburg-Verlag Hamburg neu herausgegeben und so dem Vergessen entrissen. Er wird aus der Chronik ausgewählte Passagen lesen und diese in den Kontext der Zeit einordnen.

Referent

Prof. Dr. Tobias Arand

Kosten

Eintritt frei, Spenden erwünscht

Mitveranstalter

Deutsch-Französische Gesellschaft; Historischer Verein für Oberfranken

Hinweis

Es gilt das Hygienekonzept des EBW (vgl. Homepage)

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