Politik und Gesellschaft

Film „In Liebe lassen“…

... mit anschließendem Filmgespräch

So 03.04.2022, 19.00 Uhr
CINEPLEX Bayreuth, Hindenburgstr. 2, 95444 Bayreuth

Stephanie Schmid © privat

Einfühlsam inszeniertes und grandios gespieltes Drama, das vom Sterben erzählt und das Leben feiert!

Benjamin will es zunächst nicht wahrhaben, als ihm der Onkologe mitteilt, dass er Krebs im Endstadium hat. Doch nach und nach akzeptiert er, dass es bald an der Zeit ist, Abschied zu nehmen. In Frieden und in Liebe. Emmanuelle Bercot inszeniert die Geschichte eines Abschieds vom Leben mit großer Sensibilität und Nähe. Ein Film, der auch aufgrund des kraftvollen Spiels von Deneuve und Magimel noch lange nachwirkt.

Schon das erste Gespräch Benjamins mit seinem Arzt und seiner Mutter macht dem Publikum bewusst, dass dieser Film sein Thema ernst nimmt und ihm mit Ehrlichkeit und Empathie für das erzählte Schicksal begegnet. Fern von jeder Oberflächlichkeit, Sentimentalität oder Pseudo-Dramatik werden die Protagonist*innen als vielschichtige Figuren dargestellt, mit all den Ecken, Kanten, Besonderheiten und auch Fehlern, die nicht einfach verschwinden, nur weil eine solche Diagnose das Leben durchdringt. Und auch wenn man spürt, dass Benjamin in seinem Leben viele Fehlentscheidungen getroffen hat und kein großer Sympathieträger ist, so kommt man ihm doch unglaublich nah, was auch an der fantastischen Kamera von Yves Capé liegt, die um Benjamin kreist und seine Emotionen und Gedanken in ruhige Bilder packt. Schauspielerisch ist der Film eine Offenbarung, dabei schlüpfen Catherine Deneuve und Benoît Magimel förmlich in ihre Rollen als Mutter und Sohn. In jedem Blick von Deneuve sieht man die Liebe und die Sorge einer Mutter, die alles tun würde, um das Schicksal abzuwenden und doch am Ende nur Abschied nehmen kann. Und Magimel verkörpert glaubhaft einen Sterbenden, der lernen muss, dass er selbst über die letzte Etappe im Leben keine Kontrolle mehr hat. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Figur des Arztes, in dessen Rolle der echte Onkologe Gabriel A. Sara schlüpft und der mit Wahrhaftigkeit und Wärme seine Berufung offenlegt. Auch durch seine Präsenz werden die dokumentarisch anmutenden Krankenhausszenen, in denen sich das Personal über Erfahrungen mit Sterbenden austauscht, mit mutmachender Hoffnung erfüllt. Und so liegt über dem Film, der ein schweres Thema behandelt, auch eine inspirierende Leichtigkeit, die dafür sorgt, dass IN LIEBE LASSEN nicht nur ein Film über den Tod, sondern auch ein wunderschöner Film über die Liebe zum Leben ist.

Prädikat besonders wertvoll: https://www.fbw-filmbewertung.com/film/in_liebe_lassen
Die SZ schreibt zum Film: https://www.sueddeutsche.de/kultur/in-liebe-lassen-film-kritik-1.5512295

Nach dem Film freuen wir uns auf Stephanie Schmid, die seit 2020 als Psychologin in der Krebsberatungsstelle der Bayerischen Krebsgesellschaft Bayreuth arbeitet.
Sie kennt die Themen des Films aus ihrer täglichen Beratungsarbeit und weiß, dass die Erkrankung nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch die ganze Familie und das Umfeld trifft.
Dennoch kann sie sagen: „Ich arbeite gerne mit Krebspatienten und Angehörigen; natürlich sind es schwere Schicksale, aber die Menschen sind sehr dankbar um die Begleitung. Und wie im Filmtext genannt spüre ich trotz des schweren Themas auch eine inspirierende Leichtigkeit. Es ist immer wieder faszinierend, wie gut die Betroffenen und ihre Angehörigen mit der Situation umgehen.“
Eine ermutigende Einstellung – und sicher eine interessante Gesprächspartnerin für den Austausch nach dem Film. Diskutieren, sinnieren und fragen Sie gerne mit!

Moderation: Jutta Geyrhalter, Evang. Bildungswerk

Referentin

Dr. Stephanie Schmid, Dipl.-Psychologin, Psych. Psychotherapeutin, Psychoonkologin

Kosten

Kinoeintritt Vorverkauf hier direkt

Mitveranstalter

Cineplex Thomas Filmtheater Bayreuth; Bayerische Krebsgesellschaft Bayreuth

Hinweis

Es gelten die gesonderten Hygienemaßnahmen zur Corona-Zeit (siehe Hygienekonzepte Kino & EBW).

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